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18.8.2017 : 8:58

Tipp: Beileidskarten an das Bestattungsinstitut adressieren lassen

Immer wieder warnt die Polizei, zuletzt im Kreis Heinsberg, vor dem Diebstahl von Beileidskarten aus Briefkästen: Diebe hebeln den Briefkasten auf und entwenden die Beileidskarten in der Erwartung, dass sich darin Geld befindet. Vorab informieren sich die Diebe über die Traueranzeigen in den Tageszeitungen, wo die Angehörigen des Verstorbenen wohnen.

„Leider passiert das immer wieder“, bestätigt Holger Deussen von Bestattungen Deussen: „Es hat auch Fälle gegeben, wo die Diebe die Tatsache, dass alle Familienangehörigen bei der Bestattung auf dem Friedhof waren, zum Einbruch ins Haus nutzten. Doch sollte man deswegen auf Traueranzeigen in der Tagespresse verzichten? Wir sagen: nein. Beileids- oder Kondolenzkarten haben eine wichtige soziale Funktion: Freunde, Arbeitskollegen und Nachbarn drücken dadurch ihre Anteilnahme, Trauer und ihr Beileid gegenüber den Angehörigen aus. Um es den Gaunern aber nicht zu einfach zu machen, empfehlen wir, niemals Namen, Geburtsdatum und Wohnanschrift zusammen in den Anzeigen zu veröffentlichen. So können die Diebe eventuelle Tatorte nicht so leicht ausfindig machen. Ein weiterer Grund ist, dass diese Angaben in vielen Fällen schon ausreichen, um damit im Internet Verträge abzuschließen. Und da viele Tageszeitungen mit ihren Familienanzeigen auch online weltweit verfügbar sind, kann dies auch von Gaunern für Betrügereien missbraucht werden. Und die Strafverfolgung im Ausland ist nahezu unmöglich. Daher sollte man unbedingt auf die Veröffentlichung der Wohnadresse der Verstorbenen und/oder der Angehörigen in Traueranzeigen verzichten. Als Kontaktadresse für Kondolenzschreiben empfehlen wir, die Anschrift des Bestattungshauses zu nutzen. Das Bestattungshaus sammelt die Post und händigt sie gebündelt und persönlich aus. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Trauernden seltener von Maklern und Versicherungsvertretern behelligt werden. Dies ist eine weitere negative Begleiterscheinung eines Todesfalles, das viele unseriöse und pietätlose Anbieter die emotionale Notsituation in den Familien ausnutzen und mit einem vermeintlichen Bedarf schnelles Geld machen wollen.“

 

Bundesverband Deutscher Bestatter

29.03.2011 10:35 Alter: 6 Jahre