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18.8.2017 : 9:00

Die Phasen einer Trauer

Zeigen wir den Trauernden, dass wir ihnen nicht aus dem Wege gehen und ihnen helfen wollen - auch wenn wir selbst möglicherweise unsicher sind.
Zeigen wir den Trauernden, dass wir ihnen nicht aus dem Wege gehen und ihnen helfen wollen - auch wenn wir selbst möglicherweise unsicher sind.

Generell lässt sich sagen, dass Trauer durch ganz bestimmte Phasen gekennzeichnet ist.

Zuerst erlebt der Trauernde ein Gefühl des Nicht-wahr-haben-Wollens, er fühlt sich wie erstarrt und gelähmt. Es ist eine Phase des Schocks, der Betroffene ist oft zu keinen Gefühlsregungen fähig. Diese abwehrende Reaktion ist ganz natürlich und dauert meist nur eine relativ kurze Zeit. Wird der Zustand nicht überwunden und wird weiterhin das Eingetretene geleugnet, spricht man im Allgemeinen von einer "Behinderung der Trauer", die zu ernsthaften Störungen führen kann.

 

Darauf folgt die zweite Trauerphase - das ist die Zeit, in der der Trauernde zuerst die organisatorischen Vorbereitungen zum Beispiel der Bestattung zu erledigen hat, welche ihn von seinem Schmerz ablenken. Wenn daraufhin wieder Ruhe einkehrt, bricht oftmals das Gefühlschaos aus: Angst, Wut, Schuldgefühle und sogar Zorn auf den Verstorbenen ("Wie konntest Du mich nur alleine lassen!") erschrecken nicht nur den Trauernden. Doch sollten diese Gefühle niemanden erschrecken, nicht den Trauernden selbst noch seine Angehörigen und Freunde, denn diese Emotionen sind eine wichtige Reaktion der Psyche auf diese Ausnahmesituation.

 

Anschließend - in der dritten Trauerphase - erlebt man oft einen Rückzug des Trauernden auf sich selbst. Sicherlich ist dies eine sehr anstrengende Phase der Trauer, in der Freunde und Angehörige besonders gefordert sind. Der Trauernde stirbt einen symbolischen Tod (apathisches Verhalten, das eigene Ich ist in seiner ganzen inneren Organisation betroffen).

 

Die letzte Phase der Trauer wird bestimmt durch eine Neuorientierung des Trauernden, der sich nun wieder den Anforderungen des Lebens stellen kann - und es auch will.

 

Es gibt kein Rezept gegen den Schmerz der Trauer und es sollte auch niemand versuchen, seine Art zu trauern für die einzig Richtige zu befinden.

Wenn uns an denen liegt, welche sich in einer Trauer befinden, und wir helfen möchten, dann sollte diese Hilfe konkret angeboten werden - und sei es nur durch kleine Aufmerksamkeiten.

Zeigen wir den Trauernden, dass wir ihnen nicht aus dem Wege gehen und ihnen helfen wollen - auch wenn wir selbst möglicherweise unsicher sind.