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 Betreff des Beitrags: Wie verhalten?
BeitragVerfasst: 08.01.2007, 18:41 
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Wohnort: Ittigen bei Bern
Der Bruder meines Nachbarn ist gestorben. Seit der Bruder Tod ist, ist mein Nachbar nicht mehr zu erkennen.
Oft wirkt er, der früher so lustig und fröhlich war berückt und abwesend.
Gibt es Massregeln wie ich meine Nachbar gemessen begegen kann?
Irgendwie will ich nicht auf künstlich fröhlich machen oder falsche Trauer heucheln.
Wie soll ich mich verhalten damit nicht meinem Nachbarn verletze????

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Debian Rules
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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 09.01.2007, 21:48 
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Wohnort: Hopsten
Ich freue mich, dass Du eine solche Frage stellst. Wenn das meine Nachbarn doch auch gemacht hätten. Es gibt keine Regeln für ein richtiges Verhalten in dieser Situation. Alles was ich dazu sagen kann ist: geh einfach hin und sei da. Du mußt keine Antworten wissen, keine Ratschläge geben und du darfst auch weinen oder einfach gar nichts sagen. Das Einzige was zählt: sei da und gib ihm das Gefühl, dass Du ihm zur Seite stehst und sag auf keinen Fall Sachen wie "Nun ist aber gut" oder "Ach das geht schon wieder vorbei!"


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 Betreff des Beitrags: Danke
BeitragVerfasst: 10.01.2007, 01:03 
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Wohnort: Luzern
für Deinen wertvollen Gedankenanstoss.
Ich muss einmal darüber nachdenken

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errare humanum est
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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 11.01.2007, 11:38 
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Registriert: 03.01.2007, 16:54
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Mich hat es damals sehr getroffen, dass zu mir überhaupt niemand mehr kam. Nicht einer hat mich besucht in der Zeit, niemand! Das hat mich damals sehr verletzt. natürlich habe ich gewusst, dass die anderen auch nur unsicher sind und so, aber sie hätten sich trotzdem mal ruhig etwas anstengen können, finde ich.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 11.01.2007, 12:23 
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Beiträge: 21
Wohnort: Bremen
Für die meisten Menschen ist das Erleben einer Trauer etwas völlig neues, etwas, auf das sie nie vorbereitet wurden. Wir lernen in der Schule, im Elternhaus zwar alles mögliche, doch der Umgang mit einer psychischen Ausnahmesituation, wie sie die Trauer nun einmal darstellt, ist uns nicht beigebracht worden.

Daher haben nicht nur die Trauernden selbst, sondern auch die sie umgebenden Menschen - Arbeitskollegen, Freunde, Nachbarn - ihre Schwierigkeiten mit dieser Situation.

Ich kann Dir nachfühlen, wie sehr es Dich getroffen hat, in dieser Zeit alleine gelassen worden zu sein, ich kann diese Menschen allerdings nicht verurteilen, denn sie selbst haben wohl aus purer Unkenntnis oder auch Unsicherheit so gehandelt.

Du aber weißt es nun besser und wirst dieses Wissen in Zukunft auch einsetzen können, um in einer ähnlichen Situation helfen zu können.

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Kai Sender
memoriam.de


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 12.01.2007, 22:02 
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Registriert: 03.01.2007, 17:33
Beiträge: 30
Wohnort: Luzern
Dadurch das der Tod tabuisiert, in die Unsichtbarkeit gedrängt wird, hat der Mensch es verlernt sich dem Verlust zu stellen.
Anstatt dem 'Immer Mehr' zu fröhnen, sollte es der Mensch sich seiner Vergänglichkeit bewusst werden und im gesunden, jungen Alter, mit Gott und dem endlichkeit seines Lebens und der Natur seinen Frieden machen

_________________
errare humanum est
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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 07.05.2007, 12:51 
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Beiträge: 4
Wohnort: Baden-Würtemberg
Hallo Gunnar,
ich würde vorschlagen du verhältst dich ihm gegenüber so normal wie möglich. Er möchte sicher nicht gleich mit jedem Menschen über seinen Verlust sprechen. Obwohl es da natürlich auch unterschiedliche Menschen gibt. Sei du selbst. Keine heucheleich und keine aufgesetzte fröhlichkeit.
Schönen Gruß


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 Betreff des Beitrags: umgang mit angehörigen eines verstorbenen
BeitragVerfasst: 17.05.2007, 16:42 
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Registriert: 06.05.2007, 13:13
Beiträge: 2
Wohnort: Freiburg
hallo alle zusammen!

ich persönlich denke, es gibt keinen "richtigen" weg mit trauernden umzugehen. jeder möchte anders in so einer situation behandelt werden. als die mutter meiner freundin an kehlkopfkrebs (trotzdem überraschend) verstarb, meinte meine freundin, das sie es hasse immer und überall darauf angesprochen zu werden. sie hasste es, dass ihr in solchen momenten die tränen aufstiegen, und das die leute dann beruhigt waren, dass sie ein "normales" verhalten in solch einer situation an den tag legte, damit sie selbst wußten wie sie mit der zu trauernden person umzugehen haben. im prinzip würde ich sagen, keiner kann in einer solchen situation wissen, wie man sich am besten verhält. für meine freundin zumindest war es eine qual, selbst wenn die leute in ihrer umgebung es gut mit ihr meinten, und ihr ihr mitgefühl mitteilten. jeder empfindet es anders.

liebe grüße
cacharel


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 Betreff des Beitrags: verhalten gegenüber trauernden
BeitragVerfasst: 17.05.2007, 16:56 
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Registriert: 06.05.2007, 13:17
Beiträge: 3
liebe cacharel!

da geb ich dir vollkommen recht. deine freundin hasste es vermutlich deshalb, weil ihre natürliche reaktion auf dieses thema, eine andere "natürliche" reaktion von menschen in der umgebung hervorrief, obwohl sie dies damit gar nicht beabsichtigen wollte, und dieses (verzeihung) dumme zwischenmenschliche spiel, das als "normal" angesehen wird, dann nichts mehr mit der ursprünglichen trauer um den menschen zu tun hat. ich kann das durchaus verstehen. es gibt kein rezept für den umgang mit trauernden. es ist viel schwieriger für den trauernden sich auch noch den kopf zu machen, wie er sich nun in der gesellschaft verhält, damit dieser schmerz nicht durch irgendwelche floskeln (selbst wenn diese ernst gemeint sind) breitgetreten wird. wie verhält man sich also? ich glaube es ist wichtig die person zu fragen, wie sie trauern möchte, und ob sie darüber sprechen möchte oder nicht, ob sie ruhe braucht oder gesellschaft. so können wir am besten rausfinden, was diese person braucht, damit sie für sich angemessen trauern kann.

quentin


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 23.01.2008, 10:08 
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Es ist wirklich wunderbar wie du dich um ihn sorgst. Dein Nachbar kann sich in dem Fall echt glücklich schätzen :wink:
Ich denke du solltest das tun und sagen was du für richtig hältst und das wird auch dann ganz bestimmt richtig sein. Auch wenn dein Nachbar es nicht zeigt, es stärkt ihn bestimmt, wenn er weiß und fühlt, dass er nicht alleine ist.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 23.01.2008, 11:42 
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Das schlimmste ist in solch einer Situation sich alleine zu fühlen, das führt dazu das man sich noch weiter verkriecht. Für jemanden da sein ist sehr sehr wichtig.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 23.01.2008, 12:23 
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Registriert: 22.01.2008, 11:24
Beiträge: 39
Also in solch einer Situation würde ich einfach hingehen und ihm mein beileid aussprechen. Ich weiss ja nicht wie nahe ihr euch gestanden habt, der Nachbahr und du..öffters mal mit ein paar Bierchen rübergehen oder sowas.
Und vom verhalten her .. so wie du dich fühlst .. normal sein oder auch mittrauern .. mut machen


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 24.01.2008, 18:50 
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Hallo Gunnar,

vor knapp einem dreiviertel Jahr stand ich vor ner ähnlichen Situation wie du. Der Mann einer guten Bekannten war gestorben (plötzlicher Herztod) und ich wußte absolut nicht, wie ich reagieren sollte.

Irgendwann habe ich mir einfach ein Herz genommen (auch nachdem ich hier Rat gesucht hatte ;-) ) und bin einfach zu ihr nach Hause gegangen. Ich hatte Herzklopfen bis zum Hals, so aufgeregt war ich, weil ich ja nicht wußte, wie sie reagiert. Und genau deswegen bin ich auch zu ihr nach Hause und habe sie nicht irgendwo auf der Straße oder zwischen Tür und Angel angesprochen. Ich dachte, zu Hause kann sie mich einfach rausschmeissen, wenn sie keinen Bock auf mich hat... Und sie hat sich total gefreut.

Mittlerweile sind wir sehr gut befreundet und gehen regelmäßig miteinander aus. Wir erzählen uns sehr viel und ich habe mittlerweile einige Phasen ihrer Trauer mit ihr durchgemacht, auch wenn ich das ein oder andere etwas strange fand ;-)

Ich kann dir aus eigener Erfahrun also nur raten, einfach mal bei deinem Nachbarn zu klingeln und zu schauen was passiert...

Alles wird gut, du wirst sehen!

LG

Nicole


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 Betreff des Beitrags: Hallöchen
BeitragVerfasst: 22.02.2008, 14:19 
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Registriert: 21.02.2008, 17:06
Beiträge: 4
hallöchen, ich bin neu hier und zwar aus dem Grund, weil ich euren Rat brauche....
Von meiner besten Freundin ist die Mutter gestorben am 30.12.07, nach nur 6 Wochen schwerer Krankheit...
es kam die Diagnose Krebs und innerhalb von 6 Wochen wurde ihr Zustand immer schlechter, so das sie nach kurzem, aber hartem Leidensweg verstorben ist.
Während dieser 6 Wochen haben meine Freundin und ich viel darüber geredet und sie hat auch viel geweint, weil es ständig bergab ging und nur neue negative Nachrichten seitens der Ärzte kamen.
In dieser Zeit konnte sie sich gegenüber mir öffnen, weinte viel und wir sprachen auch viel darüber.
Auch an dem Tag als ihre Mutter starb rief sie mich direkt an und erzählte mir, das sie verstorben sei und weinte.
Einen Tag später, an Silvester sahen wir uns und auch dort sprach sie darüber.
Danach merkte ich das "typische Verdrängen", was ja normal ist.
Sie war ungewohnt fröhlich und man merkte, das es eigentlich alles gespielt ist.
Jetzt ist ihre Mum fast 2 Monate verstorben und ich weiss das es ihr richtig schlecht geht, sie ist aber ein Mensch, der es nicht zeigen kann. Ich biete ihr immer an, das sie jederzeit zu mir kommen kann und ich immer erreichbar für sie bin.
Sie sagt dann immer, sie ist lieber für sich und macht das mit sich selber aus....Sie wohnt nun mit ihrem Vater zusammen, zu dem sie nie ein gutes Verhältnis hatte. Was sich jetzt auch sehr schwierig gestaltet.
Zudem nervt die Verwandtschaft oft, weil sie helfen wollen, diese Hilfe aber schon zu viel ist.
Wie gesagt, ich merke das es ihr schlecht geht, da sie es aber immer so überspielt, weiss ich immer nicht wie ich und ob ich mit dem Thema anfangen sollte? Mir gehts dabei auch total schlecht, aber ich weiss nicht, wie ich mich verhalten soll?! Soll ich warten, bis sie von selber kommt, wenns wahrscheinlich garnicht mehr geht, oder sollte man zwischendurch einfach mal fragen, wies ihr geht etc....? Bitte helft mir, ich weiss nicht, wie ich mich verhalten soll, ausser für sie da zu sein.......was ich ja bin......
In den 6 Wochen haben wir nur drüber gesprochen, als die Krankheit immer schlimmer wurde, nur jetzt gestaltet sich das echt schwierig....
und wenn, dann schreiben wir drüber, aber das hilft ihr doch auch net.....oder wenig.....will sie einfach mal in den Arm nehmen können....wenn ich dran denke, das sie oft zuhause, alleine in ihrem Zimmer sitzt und weint, das bricht mir echt das herz.......
Bitte sagt mir, was ich tun soll.......wie ich mich verhalten soll, ansprechen oder nicht?
VLG Sabrina


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 22.02.2008, 19:31 
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Registriert: 22.04.2007, 18:59
Beiträge: 12
Hallo Sabrina,

ich kann aus eigener Erfahrung sagen, geh zu ihr hin. Der Mann meiner Freundin ist letzen April gestorben und ich war mir auch nicht sicher. Habe mir dann auch hier Rat geholt und bin dann "über meinen Schatten gesprungen" und hab einfach bei ihr geklingelt. Ich muss sagen, dass war echt super. Vor dem Tod ihres Mannes waren wir gute Bekannte, mittlerweile sind wir sehr gute Freundinnen ;-) Für dich sollte sich das also noch einfacher gestalten, da ihr ja anscheinend eh ein enges Verhältnis habt.
Also, nicht nur sagen, du bist da, sondern einfach da sein. Sie wird sich vielleicht nicht von sich aus bei dir melden, da sie einfach nicht kann... Nicht die Kraft hat, auch noch ihren Freunden "hinterher laufen zu müssen"....

LG

Nicole


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