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 Betreff des Beitrags: Wasser
BeitragVerfasst: 10.01.2007, 23:05 
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Weiss jemand warum in Indien die Toten verbrannt werden?

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 Betreff des Beitrags: Witwen verbrennung
BeitragVerfasst: 10.01.2007, 23:07 
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Ich habe gehört das die hinduistischen Inder zu wenn ein Mann gestorben ist gleich ihre Witwe mitverbrennen.
Warum ist das dort? Ist das nicht sehr grausam und warum wird dem keinen Einhalt geboten?

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BeitragVerfasst: 14.01.2007, 12:22 
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Sati (Sanskrit, f., सती, satī, wörtl.: "die Seiende", Frau, die den richtigen, mutigen Weg wählt) ist die rituelle Selbstverbrennung von Frauen in einigen indischen Religionsgemeinschaften.

Nach dem Tod des Mannes konnte es geschehen, dass seine Witwe sich bei der Verbrennung des Leichnams mit auf den Scheiterhaufen warf. Frauen, die Sati begingen, wurden im Anschluss in hohen Ehren gehalten und teilweise göttlich verehrt. Die Familie der Frau gewann hohes Ansehen. Besonders häufig war Sati bei den Kshatriya-Kasten, wie z. B. den Rajputs in Nordindien, wo die Witwenverbrennung bis heute vereinzelt vorkommen soll.

Die Witwenverbrennung wurde in Indien bereits 1829 von den englischen Kolonialherren verboten. Sie wurde jedoch noch bis ins 20. Jahrhundert immer wieder praktiziert und scheint auch heutzutage noch vereinzelt vorzukommen.

In der Stadt Jodhpur / Rajasthan soll sich noch 1953 die letzte Sati aus dem Königshaus selbst verbrannt haben. Laut indischem Gesetz ist aber jede direkte und indirekte Unterstützung zur Selbstverbrennung verboten, selbst die traditionelle Verherrlichung solcher Frauen wird geahndet.

So steht es jedenfalls in Wikipedia...


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BeitragVerfasst: 14.01.2007, 18:39 
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Vielleicht versteht man den Sinn dieses Brauches besser, wenn man die Lehre vom ewigen Rad des Seins mit in Betracht zieht.
Der Tod und Leben folgen sich bis zu Vervollkommung und endet dann im Nirvana.
Das Karma das zur wiedergeburt zwingt, ist dann eher ein schlechter Karma.

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Wenn alle Untreu werde so bleibe ich doch noch treu, das Dankbarkeit auf Erden nicht ganz ausgestorben sei.
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BeitragVerfasst: 23.01.2007, 12:44 
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Christa D. hat geschrieben:
Sati (Sanskrit, f., सती, satī, wörtl.: "die Seiende", Frau, die den richtigen, mutigen Weg wählt) ist die rituelle Selbstverbrennung von Frauen in einigen indischen Religionsgemeinschaften.


Na, und ich dachte schon, ich hätte Probleme...

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BeitragVerfasst: 08.02.2007, 22:03 
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Ich verstehe nicht was hier ein Problem sein könnte :?:
Die westliche Welt und ihre Vorstellungen sind nun einmal nicht alles..
Wahrscheinlich gibt es auch Menschen, die nicht verstehen können warum man Menschen unter der Erde begräbt..

Das soll kein Angriff gegen dich darstellen ich wollte lediglich zeigen, dass wir im Westen nicht alles verstehen müssen und auch nicht [i]können[/i]


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BeitragVerfasst: 12.02.2007, 21:04 
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Allerdinst musst du auch zugeben, dass diese Form der Selbstopferung ein sehr bizarres Vorgehen darstellt.
Auch die Menschen in Indien scheinen dies so zu sehen und folglich scheint der
Verbot des Ganzen auch legitimiert zu sein. Natürlich sollte man dem Fremden gegeüber tolerant sein, aber spiegelt sich dich auch in Form von unterlassener Hilfeleistung wieder? D.h sollte man zusehen wie eine Frau auf das Feuer zurennt und versucht bei lebendigem Leibe zu verbennen?


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BeitragVerfasst: 12.02.2007, 21:19 
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Guten Abend,


dieser Thread veranlasste mich zu einer Regiestrierung :!:
Ich kann und will es nicht verstehen, wie wir uns im Westen erlauben über andere Kulturen und Sitten zu urteilen :( .
Die Dekadenz und die Intoleranz die uns hier immer wieder begegnet zeigt doch in Wahrheit nur unsere eigene ,,Hilflosigkeit." Wieso können wir es nicht einfach akzeptieren, dass es ausserhalbs unserers Vorstellungvermögen andere, beständige, Verhaltensmuster gibt.
Ich prangere hier nicht die Gesellschaft an sondern den Trend zur Eindimensionalität.


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BeitragVerfasst: 12.02.2007, 22:28 
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Ich denke, das Problem ist doch, dass in der Vergangenheit der Druck der Gesellschaft auf viele indische Frauen derartig stark war, sich selbst zu verbrennen, dass viele nicht anders konnten. Eine so sehr unfreie Gesellschaft darf kritisiert werden, sogar verurteilt werden.

Auch die Unterdrückung von Menschen kann mit anderen Kulturkreisen oder gar Glaubensvorstellungen erklärt werden, aber kann sie dadurch auch gerechtfertigt werden? Ich erlaube mir, über andere Sitten zu urteilen - schließlich ist Toleranz nicht gleichzusetzen mit "alles gutheißen". Und ich schließe mich der unsäglichen political correctness aus den USA nicht an, die leider auch hierhin rüberschwappt...


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BeitragVerfasst: 15.02.2007, 17:57 
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Was aber wenn es die Menschen in den entsprechenden Ländern gar nicht als eine Art von Unterdrückung sehen? Für sie ist es ein traditionsreicher Ritus welcher uns im Westen nun einmal nicht bekannt ist.
Ich denke es wäre genau ,,Political correctness" wenn man denkt man dürfte sich anmaßen über die Situation empört zu sein. Wir müssen die Menschen dieser Welt nicht von ,,unserer" Überzeugung von Humanität und Moralvorstellungen überzeugen wie es leider momentan der üblich ist. Dies geschieht wie man sieht auch häufig mit dem Einsatz von Militär.
Die jüngsten Ereignisse in der Vergangenheit aber zeigen deutlich, dass es nicht möglich ist jemanden seine Ansicht von Ethik ,,aufzuzwingen".
Lasst uns die Pluralität wahren :!:


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BeitragVerfasst: 15.02.2007, 21:11 
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Hallo Fleeting, ich verstehe, was Du meinst. Deine Achtung vor anderen Kulturen ehrt Dich, und Deine Hochachtung vor ihren Traditionen ist sicherlich etwas, was in unserer Gesellschaft verloren geht. Doch gibt es Grenzen für meine persönliche Achtung. Diese Grenzen ziehe ich persönlich, deshalb sind sie natürlich nicht objektiv sondern subjektiv, und deshalb mag ich auch manchmal Unrecht haben. Aber dieses Risiko gehe ich ein.

Für mich gibt es Grenzen, ab denen ich nicht mehr bereit bin zu aktzeptieren. Beispiel: Ich würde mit einem Neo-Nazi nicht diskutieren. Das mögen andere tun, aber ich selbst bin nicht bereit, mir solche abstrusen Argumente anzuhören, dafür ist mir meine Lebenszeit zu kostbar.

Und wenn in einem Land die Hälfte der Bevölkerung kaum Rechte besitzt, dann fühle ich mich frei, das zu verurteilen. Man kann sicherlich alle Traditionen und Verhaltensweise historisch herleiten, nur: werden sie dadurch richtiger? Gibt es keine Absolutheit bei Menschenrechten? Wenn eine Frau in einer Organisation kein Amt bekleiden darf aus dem einzigen Grunde, dass sie eine Frau ist, dann verurteile ich das. Mögen andere das als ihren Glauben bezeichnen, für mich ist es verwerflich.

Kannst Du mir in etwa folgen?


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BeitragVerfasst: 21.02.2007, 17:53 
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Wohnort: Deutschland
[quote="Melanie"]Hallo Fleeting, ich verstehe, was Du meinst. Deine Achtung vor anderen Kulturen ehrt Dich, und Deine Hochachtung vor ihren Traditionen ist sicherlich etwas, was in unserer Gesellschaft verloren geht. Doch gibt es Grenzen für meine persönliche Achtung. Diese Grenzen ziehe ich persönlich, deshalb sind sie natürlich nicht objektiv sondern subjektiv, und deshalb mag ich auch manchmal Unrecht haben. Aber dieses Risiko gehe ich ein.

Für mich gibt es Grenzen, ab denen ich nicht mehr bereit bin zu aktzeptieren. Beispiel: Ich würde mit einem Neo-Nazi nicht diskutieren. Das mögen andere tun, aber ich selbst bin nicht bereit, mir solche abstrusen Argumente anzuhören, dafür ist mir meine Lebenszeit zu kostbar.

Und wenn in einem Land die Hälfte der Bevölkerung kaum Rechte besitzt, dann fühle ich mich frei, das zu verurteilen. Man kann sicherlich alle Traditionen und Verhaltensweise historisch herleiten, nur: werden sie dadurch richtiger? Gibt es keine Absolutheit bei Menschenrechten? Wenn eine Frau in einer Organisation kein Amt bekleiden darf aus dem einzigen Grunde, dass sie eine Frau ist, dann verurteile ich das. Mögen andere das als ihren Glauben bezeichnen, für mich ist es verwerflich.

Kannst Du mir in etwa folgen?[/quote]

Hallo Melanie,

auch wenn es etwas her ist würde ich gerne auf diesen Beitrag antworten :) .
Zunächst einmal wer defniniert welche Verhaltensweisen richtig oder falsch sind? Darf es sich die westliche Hemisphäre erlauben über die ganze Welt zu ,,richten"? Ich finde es einfach nicht richtig ,wie schon erwähnt, jemanden seine eigene Wertvorstellung wie z.B die Menschenrechte ,sofern sie auch positiv sein mögen, aufzudrängen. Die Völker dieser Erde sollten in einfacher Koexistenz leben können oder dabei ihre eigene Identität verlieren zu müssen. Leider meinen viele Opportunist dies nicht respektieren zu müssen :( . Was ich sagen will ist, dass unsere eigene Vorstellung von Gerechtigkeit nich die richtige sein muss und daher wir andere Meinungen/Vorstellungen auch akzeptieren müssen und sollten :!:
Kurz auf dein Beispiel mit den Neonazis: Ich harmonisiere auch in keinster Weise mit ihnen ,zumal ich selber ausländischer Herkunft bin, jedoch ist es gerade in der Demokratie notwenig solche Extrema zu tolerien. Würde dies nicht der Fall sein und man würde anfangen Parteien zu verbieten die einem nicht ins Konzept passen.. dann existieren Parallelen zur Vergangenheit.


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BeitragVerfasst: 23.01.2008, 12:43 
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Ist schon unglaublich was andere Kulturen so machen bzw was für bräuche die haben :shock: .


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